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Der Originalbericht erschien am 21.07.1973 in der EJZ und wurde jetzt und hier noch einmal lesbar gemacht:

Woltersdorfer Schützenfesttage - Gastfreie Regenten
- Berliner feierten mit -

Traditionsgemäß leitete das Kinderschützenfest die Woltersdorfer Festtage ein. Bürgermeister und Gemeindedirektor Heinrich Schütte begrüßte unter den erwartungsfrohen Kindern erstmals auch jene aus Lichtenberg und Kl. Breese/Thurau, die nach der Gemeindereform zu Woltersdorf gehören. Für die Kleineren hatte der Hauptlehrer Bruno Neumann vielerlei Spiele auf den Plan gesetzt. Es war eine Freude, mit wieviel Begeisterung und Jubel sie um den Sieg kämpften. Als Einlage gab es ein Kinderwagenrennen zwischen Gemeindedirektor Schütte und dem Tambour der Gilde, Werner Gauster. Unter Beifallsstürmen siegt im Endspurt Heinrich Schütte.

Im Kampf um die Majestätenwürde ging es bei den älteren Jungen um die Punkte im Luftgewehrschießen und für die Mädchen beim Bogenschießen. Rainer Hanke und Holger Hennings hatten mit 29 Ringen ein hervorragendes Ergebnis; König wurde Rainer Hanke beim Stechschuß mit einer 8, Hennings wurde mit einer 6 Kronprinz. Königin wurde Bärbel Lühr, Kronprinzessin Korinna Köster. Die Proklamation der neuen Majestäten durch Gildemajor Waldemar Schulz war der Höhepunkt des Kinderschützenfestes. Beide Majestäten bekamen eine wertvolle Uhr. Beim Ummarsch durch das Dorf präsentierte sich das Königspaar in einem geschmückten Kutschwagen den zahlreichen Zuschauern.

Regenwolken und einige kräftige Schauer begleiteten den ersten Tag des Schützenfestes der Gilde. Sie formierte sich bei Schützenwirt Kurt Wranek und marschierte unter Leitung von Gildemajor Waldemar Schulz zum amtierenden König Klaus Lüdemann. Nach einem Parademarsch, bei dem die Schützen auch vor großen Wasserpfützen nicht scheuten, lud König Klaus die Gilde zu einem Umtrunk ins Zelt auf dem Hof des Gastwirts Wranek ein. Major Schulz dankte dem scheidenden Königspaar sowie Vizekönig Karl Bense senior und Kronprinz Joachim Kracht für die reichliche Bewirtung im abgelaufenen Regierungsjahr. Herzlich begrüßte er die die Abordnung der Lüchower Gilde mit König Max Manthey sowie die Berliner, die als Gäste des TuS Woltersdorf am Schützenfest teilnahmen..

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Abschiedsstimmung
( v. links: Elfie u. Klaus Lüdemann, Joachim Kracht, Karl Thiele,
Waldemar Schulz, Werner Maatsch )

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Fahnen- u. Majestäteneinmarsch
( Fahnengruppe v. l.: Detlef Schwieger, Walter Zipperle,
Ernst-Günther Gain )

Der Weg zum neuen Schützenkönig Friedhelm Jabelmann war sehr kurz. König Friedhelm lud die Gilde in seiner Sommerresidenz zu einem zweiten Imbiss ein.
Bevor König Klaus Lüdemann - der Sanftmütige - die Königswürde ablegte, sprach er als letzte Amtshandlung einige Beförderungen aus. Der scheidende Kronprinz Joachim Kracht - der Zackige - wurde Oberfeldwebel, Vizekönig Karl Bense sen. Hauptmann, und der zweite Vorsitzende der Gilde, Werner Maatsch, Oberleutnant. Gildemajor Schulz, der den Vorsitzenden des Kreisschützenbundes, Rolf Gornig Lüchow, begrüßte, beglückwünschte die Beförderten.

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Die Frischbeförderten
(Oberfeldwebel Joachim Kracht und Hauptmann Karl Bense senior)

Bei der Königsproklamation erwähnte der Gildemajor das überraschende Ergebnis des Königsschießens. Keiner habe damit gerechnet, daß der vieljährige Fahnenträger der Gilde die Königswürde erringen würde. Er würdigte den neuen König als einen Postbeamten, der infolge seines Fleißes und seines ruhigen Wesens viele Freunde und keine Feinde in Woltersdorf habe, und proklamierte ihn als „Friedhelm, der Friedliebende“. Nachdem der Beifallssturm geendet hatte, stimmte Gildetambour Werner Gauster auf Wunsch des neuen Majestäten das Lied der Gilde „Ein Fähnrich zog ...“ als Königslied an. Es folgte die Proklamation des Kronprinzen Rudolf Thiele, der aus einem Stechen mit Hermann Paartz siegreich hervorgegangen war, als „Rudolf, der Sparsame“. Der Gildemajor dankte ihm für die Bewirtung beim Kronprinzenball, mit dem die Feierlichkeiten in jedem Jahr eröffnet werden. Den besonderen Dank der Gilde übermittelte Schulz an Klaus Lüdemann, der ein neues Diadem für die Schützengilde gestiftet hat.
Kreisschützenverbandsvorsitzender
Rolf Gornig zeichnete für vieljährige Mitgliedschaft die Schützenbrüder Ernst Gain, Ernst Thiele, Karl Lüdemann, Ernst Schulz 98 und Ernst Lübbars aus; als Letzten ehrte er Gildemajor Waldemar Schulz und beglückwünschte die Gilde zu diesem Mann, der das Schützenwesen zu seiner Lebensaufgabe gemacht habe. Gornig verlieh dem Gildemajor die Silberne Ehrennadel des Landesschützenverbandes. Gerührt dankte Schulz; sein einziger Kummer seien derzeit, sagte er, die miserablen Schießleistungen der Schützen, die im Landkreis am Ende der Ranglisten stehen. Es gebe auch in Woltersdorf gute Schützen, doch seien sie nicht zum geregelten Training bereit. Nachdem Karl Vogler ein neues Luftgewehr für 500 DM stiftete, erhoffe er sich eine größere Beteiligung an den sonntäglichen Schießübungen.

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Beim Frühschoppen
( v. l.: Schützenkönig Friedhelm Jabelmann, Kronprinz Rudolf Thiele,
 Kompaniefeldwebel Joachim Kracht, Gildemajor Waldemar Schulz,
 2. Vorsitzender Oberleutnant Werner Maatsch )

Im Mittelpunkt des zweiten Schützenfesttages stand der Frühschoppen. Als Gildemajor Schulz ihn eröffnete, mußten einige Schützenbrüder bekennen, daß sie die Nacht durchgefeiert hatten. Für 15jährige Mitgliedschaft in der Gilde zeichnete Schulz hier Manfred Möller, Werner Maatsch, Horst Tiede und Paul Walther aus. Anschließend übergab er die Leitung des Frühschoppens an Oberfeldwebel Joachim Kracht. Spieß Kracht, ein vorzüglicher Redner, ließ den vergangenen Tag Revue passieren, und mancher Schützenbruder mußte schadenfrohes Gelächter über sich ergehen lassen. Einige Schützenbrüder verdonnerte er zu einer „nassen Strafe“ in Form von Kornflaschen für vielerlei Vergehen, die der stellvertretende Spieß Karl Kammradt junior sorgfältig im „Schwarzen Buch“ notiert hatte; so hatten einige ihre Rangabzeichen verloren, der Schänker gar seine Schürze.
Einen breiten Raum nahm der Bericht über die Mondscheinkompanie, eine „Elitetruppe“ der Gilde, ein, die in den verflossenen Stunden manches Hindernis überwinden mußte. Gemeindedirektor Heinrich Schütte sprach die Hoffnung aus, daß es in der Samtgemeinde  Woltersdorf bald zu einem Zusammenschluß der Schützenvereine kommen werde.
Als dann die Schützenbrüder Hans Danike, Herbert Gauster, Gerhard Schmidt und Horst Wilke ihre Show abzogen - ihre musikalischen Leistungen waren beachtlich -, wurde bald auf Bänken und Tischen getanzt. Die kabarettistischen Einlagen von Danike und Gauster trugen wesentlich zum Gelingen diese Frühschoppens bei.
Für das schlechte Wetter am ersten Tag wurden die Woltersdorfer Schützenbrüder am zweiten Tag voll entschädigt. Die Sonne brannte vom Himmel, als am frühen Nachmittag die konditionsgeschwächten Woltersdorfer zum zweiten Ummarsch antraten. Unter der Leitung von Hauptmann Karl Bense sen. holte die Gilde den neuen König ab. Friedhelm der Friedliebende bewies erneut Gastfreundschaft. Ehrenoberst Karl Thiele zog Bilanz und sprach von einem gelungenen Fest. Auch er erwähnte die Mondscheinkompanie, die immer mit neuen Einfällen zum Gelingen der Festtage beiträgt. Thiele zeigte sich auch erfreut über das gute Einvernehmen mit der Lüchower Gilde, die eine Woltersdorfer Abordnung zum Gegenbesuch beim Lüchower Schützenfest eingeladen hat. Krönender Abschluss war die Abholung des Schützenvereins Lichtenberg, der sich jedes Jahr am abendlichen Umzug beteiligt.

 

                                                      * * *

Impressionen vom Kreisschützenfest
1973 in Clenze:

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„Schnufdi, geh´ voran!“

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„Rührt euch - ein Lied!“

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„Das Leben ist ein Würfelspiel ...“

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