....und aus Alt wird Neu!

Etliche Monate gingen ins Land, mittlerweile wurden die Gespräche aber intensiver geführt und sehr viel konkreter, insbesondere was unsere Vorstellungen betraf.
Seitens uns junger Soldaten schälte sich dabei ein Kader heraus, der hauptsächlich aus den Kameraden Adolf „Ata“ Grönecke, Günther Schlender und Joachim Kracht bestand. Wir formulierten die Voraussetzungen, die erst erfüllt sein müßten, bevor wir ernsthaft über eine Mitgliedschaft nachdenken würden.
Im Wesentlichen ging es um die Umbenennung des Kriegervereins in Krieger- und Soldatenkameradschaft, die Vorstandsmitgliedschaft des Kameradschaftsführers der Jungkameraden (Reservistenbetreuer), das Tragen einer eigenen Uniform mit gesonderter Kopfbedeckung (Barett), die Kontaktaufnahme mit der Bundeswehr für militärsportliche Wettkämpfe (Milipat) und die Organisation und Durchführung von Orientierungsmärschen sowie Orientierungsfahrten.
Daraufhin wurden wir alle drei 1973 zur Jahreshauptversammlung  der Kriegerkameradschaft eingeladen, damit wir dort den anwesenden Vereinsmitgliedern unser Anliegen vortragen und aufkommende Fragen beantworten konnten. In der Versammlung bestand anfangs Skepsis gegenüber solchen gravierenden Umwälzungen aber Karl Thiele konnte in einer flammenden Ansprache die meisten Kameraden davon  überzeugen, daß dieses der einzige Weg sei, um die Kriegerkameradschaft vorm baldigen Aussterben zu bewahren.

Ein Neuanfang  ....

Im Januar 1974 wurde ich erneut als Gast zur Generalversammlung eingeladen und konnte mich persönlich davon überzeugen, in wieweit die erforderlichen Änderungen in Angriff genommen worden waren. Die Umbenennung des Vereins stand unmittelbar bevor und auch alle anderen Erfordernisse sollten kein Hindernis mehr darstellen.

Beim Jahresappell 1975 der neuen Krieger- und Soldatenkameradschaft Woltersdorf von 1885 konnten dann 20 neue Mitglieder begrüßt werden und zwar die Kameraden

Bauer, Rainer,
Gauster, Herbert,
Gehrke, Norbert,
Grönecke, Adolf,
Hanke, Walter,
Kammradt, Hans-J.,
Kammradt, Karl jun.,
Kracht, Joachim,
Krone, Albert,
Lüdtke, Hans-J. jun.,
Meyer, Heinz,
Meyer, Jürgen,
Reinhard, Wolfgang,
Schlender, Günther,
Schmidt, Otto,
Schubach, Karl-H.,
Schütte, Heinrich,
Schulz, Hartmut,
Stödter, Manfred,
Zipperle, Horst.


Bei dieser Versammlung wurde ich in das neugeschaffene Amt des Kameradschaftsführers der Jungkameraden gewählt. Meine erste Aufgabe bestand in der Vorbereitung zur Vereinsteilnahme am „Spiel ohne Grenzen“, das 1975 - zu Gunsten der Aktion Sorgenkind  - erstmalig in Woltersdorf stattfinden sollte.
Dies war für uns eine willkommene Gelegenheit, um den neustrukturierten Verein einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.
Dafür besorgte ich beim Militärausrüster RÄER in Hildesheim kanadische Fliegerjacken und schwarze Barette, bei FAHNEN-FLECK in Schleswig-Holstein ließ ich neue Ärmelabzeichen anfertigen und erstand dort die Barettabzeichen.
Da in der Vereinskasse zu diesem Zeitpunkt Ebbe herrschte, mußte ich für diese Dinge persönlich in Vorkasse gehen.

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Das neue Ärmelabzeichen ...

abz3

... und das Barettemblem.

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Aber alle Mühen und Plagen waren schnell verflogen, gemessen an dem Erfolg, den unser Auftreten beim großen Ummarsch hatte, der von allen teilnehmenden Vereinen und Institutionen am Festtag durchgeführt wurden.
Etlichen Zuschauern blieb bei unserem Erscheinen buchstäblich der Mund offen stehen, zumal sie uns in den neuen Uniformen überhaupt nicht zuordnen konnten. Um so größer das Erstaunen, daß es sich hierbei um die neue/alte Krieger- und Soldatenkameradschaft Woltersdorf handelte.
Wir Jungkameraden hatten uns direkt hinter der Fahne platziert, dahinter folgten die älteren Mitglieder mit Kameradschaftsmütze und in dunklem Anzug. Den Abschluß bildete ein mit Eichenlaub geschmückter Festwagen, auf dem die verdienten Ehrenmitglieder Platz genommen hatten. Ein großes Banner, das seitlich angebracht war, verkündete das zukunftsweisende Motto unseres Vereines, nämlich:
                              „Das Alte erhalte, das Neue gestalte!“

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Die „neue“ Krieger- und Soldaten-Kameradschaft Woltersdorf
beim 1. öffentlichen Auftritt 1975

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