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Eine Kameradschaft im Aufbruch
Joachim Kracht erinnert sich:

Unsere Krieger- und Soldatenkameradschaft Woltersdorf von 1885 e.V. wurde gerade 125 Jahre alt. Kaum zu glauben, denn mir kommt es so vor, als wäre das 100-jährige Bestehen gerade erst gestern gewesen.
Die Aufarbeitung der traditionsreichen Vereinsgeschichte sowie deren Veröffentlichung überlasse ich gern den Offiziellen.
Mir ist es aber eine Herzensangelegenheit, meine fast 25-jährige Vorstandstätigkeit an dieser Stelle noch einmal Revue passieren zu lassen, denn sie ist ein Stück „gelebte Geschichte“ und damit  auch ein Teil meines Lebens.

P r o l o g

Ich erinnere mich noch gut daran, als im Sommer 1960 die vielen Vereine mit Marschmusik um das Dorf zogen. Verwunderlich für uns Kinder und auch etwas unerklärlich, denn das Schützenfest war ja schon zu Pfingsten gewesen.
Das es sich hierbei um das 75-jährige Bestehen des Woltersdorfer Kriegervereins handelte, der nun „Kyffhäuserkameradschaft Woltersdorf“ hieß, wurde mir erst viel später klar.
Ungewöhnlich auch die große Festbälle, die zeitgleich  in beiden Sälen der Gastwirtschaften von Ernst Bitter, „Zur guten Quelle“ und von Paul Otto, „Zur Post“ gefeiert wurden.
Alles in allem ein äußerliches Zeichen von großem Zuspruch  und Akzeptanz aber im Inneren der Kameradschaft brodelte es schon seit geraumer Zeit. Darüber konnte auch die hohe Mitgliederzahl von nahezu 100 ehemaligen Soldaten nicht über hinwegtäuschen.
Was war nun aber der Grund?
Nahezu 10 Jahre war dem Kriegerverein Woltersdorf - von 1942 an - ein amtlicher „Dornröschenschlaf“ verordnet worden. Zuerst wurde der Verein gegen seinen Willen von dem “Reichskriegerbund” des NS-Regimes vereinnahmt, der von dem SS-General Reinhardt angeführt wurde. Das hatte zur Folge, daß die alten Vereinsfahnen im Hinterzimmer der Gastwirtschaften verschwanden. Öffentlich gezeigt werden durfte nur noch die neue Hakenkreuzversion. Spätesten ab 1943 erloschen die Vereinsaktivitäten, weil fast alle Mitglieder an der Front kämpften.

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Reichskriegerbund-Kameradschaftsmütze
( bis 1945 )

Nach dem Zusammenbruch (Kriegsende) gehörte Woltersdorf zur Besatzungszone der britischen Militärregierung. Hier wurden vor allem die Schützen- und Kriegervereine als Wiege des deutschen Militarismus verdächtigt. Dadurch dauerte es noch bis in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein, daß sich die Vereinsausübungsverbote nur langsam lockerten.
So kam es dann dazu, daß sich der Kriegerverein Woltersdorf als neues Mitglied in dem von den englischen Besatzern für unbedenklich erklärten Kyffhäuserverband wieder fand.

Bezeichnete man das 75-jährige Bestehen als den Höhepunkt der Mitgliederanzahl, so ging es danach  merklich bergab. Auslöser war der Vorsitzende Richard Beinhorn, der gleichzeitig Woltersdorfer Gemeindedirektor war und mit seinem Gemeindebüro in der alten Küsterei, direkt neben der Schule, residierte. Er war u.a. auch als Funktionär des Kyffhäuserverbandes tätig und so richteten sich die vereinsinternen Vorwürfe vor allem gegen ihn, als es es um versäumte Mitglieder-Ehrungen und die damit verbundene Nichtverleihung von Ehrennadeln ging. Außerdem wurden die Frage immer lauter, wie denn die nicht unerheblichen Vereinsabgaben an den Kyffhäuserverband dem Verein zu Gute kommen sollten.
Als dann noch bekannt wurde, daß die Gelder angeblich nicht beim Verband angekommen waren, kam es endgültig zum Eklat und R. Beinhorn trat zurück.
 

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Kyffhäuser-Kameradschaftsmütze
( von 1952 bis zum Verbandsaustritt )

Bei der darauf folgenden Generalversammlung wurde mehrheitlich der Austritt aus dem Kyffhäuserverband beschlossen um den alten Kriegerverein Woltersdorf mit den Statuten von 1885 wiederauferstehen zu lassen. Diese Entscheidung wurde leider nicht von allen verbandstreuen Mitgliedern getragen und so kam es zu zahlreichen Austritten, die auch der neugewählte Vorsitzende Karl Lüdemann und sein Stellvertreter Ernst Gain nicht aufhalten konnten.
Der wachsende Mitgliederschwund, bedingt durch den Tod überalterter Kameraden, wurde zum Hauptproblem der folgenden Jahre, denn wesentliche Neuaufnahmen waren nicht zu verzeichnen.
Langsam machte das böse Wort vom „Beerdigungsverein“ die Runde, weil man sich hauptsächlich nur noch zum letzten Geleit verstorbener Kameraden traf. Ehemalige Mitglieder bezeichneten die Kameradschaft hämisch als „wilden Verein”, ohne Zukunft in der Dorfgemeinschaft.
Das also war der unerfreuliche Stand der Dinge auch noch Anfang der 70-er Jahre. 

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Krieger- und Soldaten-Kameradschaftsmütze
( wie sie bis heute getragen wird )

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