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„Panzeralarm !”

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Das  25-jährigen Vereinsjubiläum 1920 fiel den Folgen des verlorenen 1. Weltkrieges zum Opfer, das 50-jährige Jubiläum musste 1945 auf Weisung der englischen  Besatzungstruppen entfallen. Wieder einmal wurden die Schützenvereine - völlig ungerechtfertigt -  als angebliche Kaderschmiede für die deutsche Wehrmacht zur Rechenschaft gezogen.
Erst 6 Jahre später, im Jahr 1951, durfte in Woltersdorf ein neuer Schützenkönig ausgeschossen werden. Mit einer Luftbüchse natürlich, denn etwas anderes ließ die Regierung der britischen Besatzungszone nicht zu! Und so hieß dann der erste Nachkriegsschützenkönig Karl Thiele, der Kronprinz an seiner Seite war Willi Gödecke.
Also war man stets von dem Gedanken durchdrungen, beim 75-jährigen Jubiläum alles versäumte nachholen zu wollen.

Ob das aber ein Beweggrund war, bei der Jahreshauptversammlung 1968 einen völlig neuen Vereinsvorstand zu wählen, kann man heute nur noch ahnen. 
Als ruhender Pol erwies sich aber der neue Vereinsvorsitzende Waldemar Schulz. Durch seine hervorragenden Kontakte zum Kreisschützenverband Lüchow-Dannenberg konnte er die Teilnahme von mindestens 30 Vereinen am Jubiläumstag zusichern. Auch die Arbeit der Gemeinde Woltersdorf war sehr fruchtbar, denn sie strebte seit geraumer Zeit eine Patenschaft mit einer Bundeswehreinheit aus  Lüneburg an. Dieses verstärkte sich im März 1969 dadurch, als katastrophale Schneefälle den gesamten Straßenverkehr im Landkreis Lüchow-Dannenberg für Tage zum Erliegen brachten und Bergepanzer aus Lüneburg den Durchbruch nach Woltersdorf vornahmen. Auf dieser Basis kam dann die Patenschaft zwischen der Gemeinde Woltersdorf und einer Panzeraufklärungskompanie aus der Lüneburger Theodor-Körner-Kaserne zustande.
Die Lüneburger Panzeraufklärer haben als Wappen den Goldenen Reiter an ihren Fahrzeugen. Der Sänger Joachim Witt hat als ehem. Angehöriger dieser Einheit Anfang der 80er Jahre seinen Hit in der Neuen Deutschen Welle hiernach benannt.
 
Unsere Kontaktpersonen waren der Kompaniechef - Hauptmann  Hannika - und der “Spieß” - Oberfeldwebel Matull -. Ein wahrer Glücksgriff, wie es die Zeit erweisen sollte
.

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„Der Goldene Reiter“

Nun war es aber an der Schützengilde Woltersdorf, aus ihren Reihen einen neuen Schützen- und Jubiläumskönig  zu finden. Ein nicht einfaches Unterfangen, wie die Schießergebnisse bewiesen. Erst nach dem 3. Durchgang konnte Siegfried Wolter, als neuer Schützenkönig und sein Nachbar Ernst Schulze, als neuer Kronprinz bekannt gegeben werden.

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„Siegfried, der Tapfere”

Das die Patenschaftskompanie am 75-jährigen Jubiläum teilnehmen sollte, war ein fester Bestandteil des Jubiläumskonzeptes. Aber jetzt begannen die Schwierigkeiten, die seitens der NATO gemacht wurden. Im Rahmen der allgemeinen Entspannungsbemühungen war es verboten, in „Zonengrenzbezirken” (östlich der Jeetzel) schwere Panzer zu stationieren.
Auch unsere Lüneburger Pateneinheit verfügte neben den leichten Schützenpanzern  „Hotchkiss” über den sog. „Bergepanzer-Leopard”, der über sein Gewicht her als schwerer Panzer definiert wurde. Andererseits war er  zur Eigensicherung aber nur mit einem MG 1 (modifiziertes MG 42) bewaffnet, so dass die Bezeichnung als schwerer Kampfpanzer nicht zutreffen konnte.

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Schützenpanzer Hotchkiss,
im Landser-Jargon als „fahrender Unterlegkeil“ bezeichnet

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Kampfpanzer „Leopard” in der Anfahrt zum Gildeschießstand

Am Pfingstsonntag 1970 war es dann endlich soweit. Mit einem feierlichen Feldgottesdienst, an dem auch viele uniformierte Gäste teilnahmen, wurde das 75jährige Jubiläum der Schützengilde Woltersdorf von 1895 e.V. eröffnet.

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Aufstellung zum Feldgottesdienst

Im Anschluss daran konnten die Besucher eine kleine Waffen- und Geräteschau besichtigen, die die Bundeswehreinheit in der Nähe des Schießstandes aufgebaut hatte. Bald sah man Alt und Jung auf den kleinen und grossen Panzern herumkrabbeln.

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„Waffenschau”

Am frühen Nachmittag versammelte man sich mit allen Gastvereinen zum eigentlichen Festakt auf dem Schulhof. Zum Auftakt überbrachte der Kreisvorsitzende Neugebauer Grußworte des Schützenverbandes, anschließend ließ Gildemajor Waldemar Schulz die Geschichte der Woltersdorfer Schützengilde Revue passieren. Auch die Kommandeure der Gastvereine kamen zu Wort und dankten mit launigen Worten für die Einladung.

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Festakt

Im Anschluss daran erfolgte die Aufstellung zum großen Festumzug mit allen Gästen, Kapellen und Spielmannszügen.
Es war schon ein gewaltiger Anblick, der sich den Dorfbewohnern und den vielen Besuchern aus nah und fern bot. Auf einer Länge von über 500 Meter verteilte sich der Festzug mit den uniformierten Schützen und Musikkapellen, der  Ortsfeuerwehr, dem Gemeinderat, dem Sportverein, der Kriegerkameradschaft und der Patenkompanie der Bundeswehr. Den Schluss bildete eine Panzerkolonne, die für eine einzigartige Geräuschkulisse sorgte. Dieser Umzug wird mit Sicherheit in die Woltersdorfer Geschichte eingehen, denn das letzte Mal war es Ende April 1945 gewesen, als amerikanische Panzer - mit Kurs auf die Reichshauptstadt -  durchs Dorf rumpelten.

Der zweite Pfingsttag des Jubiläumsschützenfestes begann mit dem traditionelle Frühschoppen mit Blasmusik in der Gastwirtschaft „Zur Post”. Die noch recht neue Mondscheinkompanie hatte ihrem Namen wieder einmal alle Ehre erwiesen und Majestäten und Vorsitzende um den wohlverdienten Schlaf gebracht und rechtzeitig zum Frühschoppen geleitet. Auch die Bundeswehrsoldaten ließen sich schon recht früh von der ausgelassenen Stimmung anstecken und so erschallte neben manchem Lied auch bald der Ruf nach ihrem Kompaniechef, der durch Abwesenheit glänzte.
Durch den Verzehr von reichlich Freibier mutig geworden, machte sich die Mondscheinkompanie, mit etlichen Soldaten im Schlepptau, zum Nachtquartier von Bundeswehr-Hauptmann Hannika auf, das er standesgemäß beim damaligen Bürgermeister Ernst Thiele in der Dorfstraße bezogen hatte. Hier verschaffte man sich schnell Einlass und holte den Kompaniechef aus den Federn. Ehe er wußte, was mit ihm geschah, fand er sich, nur mit seinem Schlafanzug bekleidet, liegend und  festgebunden auf einer sogenannten “Swinsledder” wieder. Auf diesem Holzgestell, das man sonst beim Schweineschlachten benutzte, wurde er dann, von vielen Schultern getragen, unter großem Hallo zum Frühschoppen transportiert.
Noch lange Zeit danach jammerte der Gastwirt Kurt Wranek über die vielen Biergläser, die ihm bei dieser Aktion abhanden gekommen waren
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„De Swinsledder!“

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