Schützenjahr 1990  IV

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(v. J. Kracht)

„Die Gastabordnung aus Salzwedel war von dem herzlichen Empfang und dem traditionelle Ablauf unseres Woltersdorfer Schützenfestes hellauf begeistert und wünschte sich, so etwas noch im gleichen Jahr in ihrer Heimatstadt zu organisieren.
Daraufhin boten Karl Kammradt jun. und ich - als Vorsitzende der Woltersdorfer Gilde - spontan unsere Unterstützung an. Bereits zum nächsten Treffen auf dem Schießstand in der Böddenstedter Straße in Salzwedel, hatten wir ein Exemplar unserer neu überarbeiteten Gildesatzung im Gepäck, die wir als Arbeitsgrundlage für die Wiedergründung der Schützengilde den Männern der ersten Stunde überreichten.
(Wir hatten vor einigen Monaten so unsere eigenen Erfahrungen im behördlichen Umgang gesammelt, um die Satzung in Bezug auf Gemeinnützigkeit und Registereintrag sattelfest zu machen.)
Im weiteren Verlauf bekräftigten wir unser Angebot zur aktiven Hilfe dadurch, daß wir beide als neue Mitglieder in die Schützengilde Salzwedel eingetreten sind. Auf diese Weise konnten wir dann intern bei zahlreichen Vereinssitzungen mit Rat und Tat  zur Verfügung stehen und die Patenschaft zwischen der Schützengilde Salzwedel  und der Schützengilde Woltersdorf  auf Dauer festigen.“

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So wurde die alte Originalfahne vorgefunden. Seit 1993 befindet sie sich, nach Stiftung einer neuen Fahne, wieder im Salzwedeler Daneil-Museum.

Aus der Vorkriegszeit der Salzwedeler Gilde war nicht viel erhalten erhalten geblieben. Lediglich die Original-Fahne der Jägerkompanie aus dem Jahre 1869 hatte - unbemerkt von den sowjetischen Besatzern - die Zeit in einem Museum überdauert. Bilder von den früheren Uniformen gab es nur auf wenigen schwarz-weiss Fotos.
Der Schießsport lag völlig brach. Erst mit Gründung der militärischen Massenorganisation G S T (Gesellschaft f. Sport und Technik) in den 50er Jahren, wurde neben anderen technischen Sportarten wie  Segelfliegen, Tauchsport, Funksport und Motorsport,  das Sportschießen unter diesem Dach mit eingegliedert. Das Ziel blieb aber immer die militärische Wehrertüchtigung der Jugend. Wer sich als Sportschütze betätigen wollte, mußte somit zwangsläufig politische Einflußnahme in Kauf nehmen. Eine Ausweichmöglichkeit gab es nicht.
Natürlich waren viele Wiedergründungswillige über die Jahre  in diesem System eingebunden gewesen und  um so größer war jetzt ihr Streben nach Eigenständigkeit und Fortführung alter Traditionen. Immerhin war die Schützengilde Salzwedel 1475 gegründet worden.“

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Die Durchführung eines Schützenfestes in Salzwedel - noch in diesem denkwürdigen  Jahr 1990 - stand auf der Prioritätenliste ganz oben. Stattfinden sollte es im September am Schießstand in der Böddenstedter Straße und in einem Festzelt mit Schausteller-Park in der Innenstadt.
Bis dahin mußte eine Übergangslösung für das Uniformproblem gefunden werden. Traditionell wollte man an das Erscheinungsbild der alten Gilde anknüpfen aber die Herstellung der entsprechenden Uniformen wäre bis zu diesem Zeitpunkt kaum möglich gewesen. Darum wurde eine pragmatische Lösung ins Auge gefasst.
Als ehemalige GST-Mitglieder waren fast alle noch im Besitz der hellblauen Uniformjacke mit dem Verbandsabzeichen auf dem linken Oberarm. Dieses wurde kurzer Hand durch einen neuen Aufnäher mit dem Gildewappen ersetzt und die vorhandenen Jackenknöpfe gegen goldfarbene Schützenknöpfe ausgetauscht.“
                                                           

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„In der Zwischenzeit wurde die Kontaktpflege zwischen Salzwedel und Woltersdorf immer intensiver. Besonders für unsere Sportpistolengruppe, die ich vor Jahren mit ins Leben gerufen hatte, ergab sich damit eine willkommene Trainingsmöglichkeit, die in Woltersdorf nicht gegeben war. Zum ersten Mal wurden wir mit dem Begriff Massenstand konfrontriert.
Das war ein Abschnitt des Salzwedeler Schießtandes, auf dem vormals u.a. die Betriebskampfgruppen mit ihren AK 47 (Kalashnikov) geübt hatten.“                                                    

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„Scharfes Auge, sichere Hand und ... !“
(Gildehauptmann Joachim Kracht beim Training mit der Sportpistole
im Kaliber 22 l.f.B.)

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„Zusammen mit den Woltersdorfer Sportschützen
Kai Schlender ...

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... Markus Wölk.

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„Am 22. September 1990 war es dann endlich soweit. Die neue/alte Gilde konnte an diesem Tag ihren Salzwedeler Mitbürgern den ersten Nachkriegsschützenkönig - Rüdiger Hartung - im festlichen Rahmen präsentieren.
Als wir um 12 Uhr Mittags mit unserer Woltersdorfer Schützengilde im extra gecharterten Bus am Sammelpunkt eintrafen, erwarteten uns u.a. bereits die Gilden aus Bergen/D. und Uelzen. Nach kurzem Umtrunk formierte sich das Ganze und es ging im Gleichschritt, begleitet von zünftiger Marschmusik, in  Richtung City. Staunende Bürger säumten die Straßen und kaum jemand konnte sich daran erinnern, so etwas jemals in dieser Stadt gesehen zu haben.

Vor allem in der neu geschaffenen Fußgängerzone beim legendären Hotel Schwarzer Adler, blieben die Leute mit offenem Mund stehen. Es waren aber auch einige Skeptiker darunter, die nur mit dem Kopf schüttelten. Für sie war dieser ungewohnte Anblick anscheinend noch etwas gewöhnungsbedürftig. Rückblickend gesehen, war es eine gelungene Veranstaltung, an die man, wegen ihrer besonderen Historie, auch noch in späteren Jahrzehnten gerne denken wird.“                                                    

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Aufmarsch am Schießstand in der Böddenstedter Straße ...

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... und in der neugestalteten Fußgängerzone unter der Führung von
 Gildemajor Karl Kammradt jun.

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Die Schützengilde Woltersdorf beeindruckt alle durch einen starken Auftritt.
(in der Mitte des Bildhintergrundes: der Turm vom Hotel „Schwarzer Adler“)

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Gildehauptmann Joachim Kracht zusammen mit dem Übergangskommandeur
der Schützengilde Salzwedel.
(dieser trägt die umfunktionierte blaue Uniformjacke der ehem. GST)

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